Enzyklop├Ądie


M26 Pershing


Mit dem Auftreten schwerer deutscher Panzer wie dem Tiger und dem Panther geriet der Standardpanzer der allierten Truppen, der M4 Sherman, allm├Ąhlich ins Hintertreffen. Die Antwort darauf war die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers, der es mit diesen Gegnern aufnehmen konnte - des M26 Pershing!

Der M26 war mit ├╝ber 41 Tonnen Gewicht der schwerste Panzer der US-Army im Zweiten Weltkrieg. Benannt wurde er nach General John Joseph Pershing, dem Oberbefehlshaber der US-Streitkr├Ąfte im Ersten Weltkrieg. Ziel war es einen Panzer zu entwickeln, der es in Sachen Panzerung und Bewaffnung mit den schwersten deutschen Panzern aufnehmen konnte. Erreicht wurde dies durch eine Abwandlung eines 90mm Flugabwehrgesch├╝tzes, das f├╝r den Einbau in Panzerfahrzeuge angepasst wurde. Diese Kanone wurde auch f├╝r die M36 Panzerj├Ąger verwendet.

Mit ihr hatten die Amerikaner nun eine Waffe mit der es m├Âglich war, Panzer des Typs Panther oder Tiger schon auf weite Entfernung wirkungsvoll zu bek├Ąmpfen. Mit normaler panzerbrechender Munition (APC) durchschlug sie auf 1000 Meter Distanz 120mm Panzerung, mit spezieller Wuchtmunition (HVAP) sogar 195-200mm Panzerung. Dagegen war nicht einmal der K├Ânigstiger gewappnet, weswegen der Pershing schnell den Spitznamen ÔÇťTigertamerÔÇŁ - Tigerb├Ąndiger - erhielt. Durch seine vorn abgeschr├Ągte Panzerung von bis zu 110 Millimetern St├Ąrke war er auch sehr gut gesch├╝tzt.

Der Pershing nahm erst relativ sp├Ąt am Kriegsgeschehen teil. Durch vorangegangene Differenzen und Problemen beim Transport traf er erst im Januar 1945 in Europa ein. Sein bedeutendstes Gefecht f├╝hrte der Pershing bei der Schlacht um K├Âln. Hier konnte der schwere Panzer seine Kampfkraft unter Beweis stellen und erwarb sich in k├╝rzester Zeit einen hervorragenden Ruf bei den allierten Soldaten. Die acht eingesetzten Panzer erzielten insgesamt 54 Absch├╝sse in nur zwei Tagen, und dabei wurde nur einer von ihnen von e├şnem deutschen Jagdpanzer abgeschossen. Der F├╝hrungspanzer mit der Turmnummer "1" vernichtete im Alleingang in zwei Tagen drei Tiger I, drei Panther und vier Panzer IV. Er selbst wurde f├╝nfmal getroffen, doch die 8,8 cm- und 7,5 cm-Granaten prallten allesamt ab. Auch im Pazifikkrieg, beim Kampf um Okinawa, wurden Pershings eingesetzt. Insgesamt betrachtet aber erschien der Pershing zu sp├Ąt und in zu geringen St├╝ckzahlen auf den Schlachtfeldern um noch einen entscheidenden Einfluss auf den 2. Weltkrieg auszu├╝ben. Deshalb erlebte er seine wahre Feuertaufe erst im Koreakrieg.



Geschichte

Bereits kurz nach der Einf├╝hrung des Sherman M4 begannen die Amerikaner mit den Arbeiten an einem noch schwereren Kampfpanzer. Im Mai 1942 wurde der Entwicklungsauftrag erteilt. Die ersten Prototypen waren anfangs noch mit einer 76mm Kanone best├╝ckt und besa├čen das sp├Ątere HVSS Laufwerk des Sherman. Im Verlauf der Erprobungen wurde es durch ein neuartiges Laufwerk mit Drehstabsfederung und gr├Â├čeren Laufrollen ersetzt, das dem Entwurf eine hervorragenden Mobilit├Ąt verlieh. Angetrieben wurde der Pershing von dem selben 500PS Ford-Panzermotor wie der M4A3 Sherman, der seine Kraft ├╝ber ein Hydramatic Getriebe mit Drehmomentwandler an die hinteren Antriebsr├Ąder ├╝bertrug. Das Fahrzeug erreichte damit eine Geschindigkeit von knapp 48 km/h auf der Stra├če.
Wie alle amerikanischen Panzer war auch der Pershing mit einer horizontal kreiselstabilisierten Kanone ausgestattet, welche es erm├Âglichte, auch im Fahren gezielt zu feuern. Man war jedoch vorausschauend der Ansicht, die 76mm Kanone sei f├╝r den k├╝nftigen Bedarf nicht leistungsf├Ąhig genug und so wurden im April 1943 einige Modelle mit der 90mm Kanone ausger├╝stet und erfolgreich getestet.

Urspr├╝nglich war der Pershing bereits im Sommer1944 reif f├╝r die Serienproduktion. Diese verz├Âgerte sich allerdings durch Differenzen zwischen dem f├╝r die Entwicklung und Erprobung zust├Ąndigen Ordnance Department und der US Heeresf├╝hrung. Die verlangte etwa, den Pershing doch lieber mit der 76mm Kanone zu bauen. Zur Begr├╝ndung wurde angef├╝hrt, die Panzerbesatzungen k├Ânnten in die Versuchung kommen, mit der neuen Waffe das Gefecht mit deutschen Panzern zu suchen - eine Aufgabe, f├╝r die nach den damaligen Armeevorschriften die Panzerj├Ąger zust├Ąndig waren.

W├Ąhrend Ardennenoffensive zeigte sich jedoch deutlich, dass die inzwischen beim Sherman verwendete 76mm Kanone zu schwach war und der Sherman selbst keine den gestiegenen Erfordernissen entsprechende Panzerung besa├č. Im Dezember 1944 gab die Army daher ihren Widerstand gegen einen Einsatz des Pershing auf. Es wurde angeordnet, den M26 Pershing k├╝nftig nur noch mit der 90mm Kanone zu fertigen. Im Januar 1945 lief schlie├člich die Serienproduktion in mehreren Werken an. Zur gleichen Zeit erreichten zw├Âlf Vorserien-Pershings die Fronteinheiten der 3. US Armee im Rheinland, wo sie sich - trotz einiger Kinderkrankheiten - sogleich bew├Ąhrten. Auf ihr Konto ging bis Kriegsende der Abschuss von 137 Kampf-, Jagd-, und Sch├╝tzenpanzern sowie Selbstfahrlafetten. Dabei wurden drei Pershings abgeschossen, von denen allerdings zwei wieder instand gesetzt wurden.

W├Ąhrend des 2. Weltkrieges gab es mehrere Abarten des M26, die aber alle nur in sehr kleinen St├╝ckzahlen gefertigt wurden:

  • M26E1/E4: M26 mit l├Ąngerer Kanone und erh├Âhter Durchschlagsleistung, Gegengewicht am Turm, 25 St├╝ck ab M├Ąrz 1945 gebaut.
  • M26E5: Schwerer Sturmpanzer mit verst├Ąrkter Frontpanzerung an Wanne, Blende und Turm, Ketten mit Klauen verbreitert, Gewicht auf 46 Tonnen erh├Âht. 27 St├╝ck ab Juni 1945 gebaut.
  • M45: M26 mit 105mm Haubitze anstelle der 90mm Kanone und verst├Ąrkter Turmfront. Eine Handvoll ab Juli 1945 gebaut.
Auf der Basis des Pershing entstanden auch zwei schwere Artillerie-Selbstfahrlafetten mit 240mm Kanonen, bei denen der Antrieb nach vorn verlegt und der Rumpf um ein Laufrad verl├Ąngert wurde. Der Pershing bildete auch die Grundlage f├╝r die US-Panzerentwicklung nach dem Kriege. Aus ihm entstand die Patton-Panzerbaureihe, die ├╝ber die Typen M46, M47 und M48 bis zum M60 reichte. Die M60 wurden zuletzt 1991 von den US Marines bei der Befreiung Kuwaits eingesetzt.

Siehe auch:
[ M4 Sherman ]






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